Die Programmziele

KuQ ist ein Programm zur sozialen und beruflichen Integration von Jugendlichen in sozialen Brennpunkten/Gebieten mit besonderem Entwicklungsbedarf. Kinder und Jugendliche in sozialen Brennpunkten/Gebieten mit besonderem Entwicklungsbedarf sind in besonderem Maße benachteiligt. Neben der kreativen und individualisierten Gestaltung sozialräumlicher Hilfeangebote soll das Programm „Kompetenz und Qualifikation für junge Menschen“ (KuQ) dazu beitragen, die Jugendämter bei ihren strukturellen Leistungen und Angeboten für Kinder, Jugendliche und deren Familien zu unterstützen.

Hier setzt KuQ an: Den Jugendämtern sollen sozialraumbezogene Verfügungsfonds zur Verfügung gestellt werden, die für eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen im Kinder- und Jugendhilfe- und im Bildungsbereich zum Einsatz kommen. Voraussetzung ist, dass hier-für von Seiten des Jugendamtes ein Konzept vorgelegt und eine für das Programm qualifizierte Person des Jugendamtes für dieses Projekt freigestellt wird.

In diesen Programmzielen ist der bundesweite fachliche Diskurs zur Sozialräumlichkeit der Kinder- und Jugendhilfe bereits verdichtet worden. Das örtliche Jugendamt soll gestärkt und ermutigt werden, aktiv und gestaltend in den Prozess der nachhaltigen sozialen Stadtentwicklungspolitik einzugreifen. Dabei wird insbesondere berücksichtigt, dass
  • die Kinder- und Jugendhilfe in ihrem Kern nur erfolgreich sein kann, wenn sie (wie im SGB VIII/KJHG gewollt) als Querschnittstätigkeit definiert
  • die Bedeutung der sozialräumlichen Integrationsstrategien der Kinder- und Jugendhilfe, insbesondere in Kooperation mit den Ressorts Soziales und Gesundheit, Schule und Arbeit erfolgen müssen und auch deshalb
  • ein Umsteuern der kommunalen Kinder- und Jugendhilferessourcen auf sozialraum-bezogene strukturelle Leistungen erforderlich ist.

Die Erkenntnisse aus den Verläufen der Programme „Die Soziale Stadt“ und „E&C“ zeigen ein sehr heterogenes Bild. Der Umsetzungsstand zum Programm „Die Soziale Stadt“ ist in den einzelnen Gebieten sehr differenziert. Prof. Dr. Krautzberger und Frau Richter (BMVBW) schreiben in ihrem Aufsatz „Die Soziale Stadt – Neuorientierung in der Stadtentwicklungspolitik und in der Sozialarbeit“ (erschienen in „Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit“ 1/2002): „Das hängt einerseits von subjektiven Faktoren ab, wie das persönliche Engagement vor Ort, andererseits unterscheiden sich die objektiven Gegebenheiten in den einzelnen Gebieten. Bereits jetzt ist zu erkennen, dass Gebiete, die im Vorfeld von landeseigenen Vorläuferprogrammen zur „Sozialen Stadt“ profitierten, deutlich weiter vorangekommen sind, als Gebiete, die 1999 im Bund-/Länderprogramm „Die Soziale Stadt“ erstmalig Fördermittel erhielten.“

So gab es in Berlin 1983 den ersten ausschließlich mit sozialen Zielen beauftragten Treuhänderischen Sanierungsträger (Stiftung SPI), 1993 in Nordrhein-Westfalen das Programm „Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf“, 1994 das Armutsbekämpfungsprogramm in Hamburg sowie vergleichbare Programme in Hessen und Bremen. Vom Bundesbauministerium wurden frühzeitig im Rahmen des Programms „Experimenteller Wohnungsbau“ (EXWOST) die sozial orientierten Modelle des Städtebaus wissenschaftlich begleitet und veröffentlicht.

Dieses Merkmal von Heterogenität und Gleichzeitigkeit spiegelt sich in der nationalen Programmplattform „E&C“ wider. Sozialraumbezogene Kinder- und Jugendhilfe gehört zum Methodenbestand (Gemeinwesenarbeit) sozialer Arbeit und die entwickelten Standards der Kinder- und Jugendhilfe wie Lebenslagen oder Alltagsorientierung oder der unter dem Namen „Einmischungsstrategie“ konkretisierte Querschnittsansatz der Kinder- und Jugendhilfe, sind seit Jahrzehnten anerkannte fachliche Standards.

Das ambitionierte Programmziel von KuQ steht unter der Einschränkung, dass die aus dem KJP zur Verfügung gestellten Mittel in Höhe von 6 Mio. Euro nur für das Jahr 2002 zur Verfügung stehen. Unter Berücksichtigung der oben beschriebenen Heterogenität und des unterschiedlichen Entwicklungsstandes in den einzelnen Programmgebieten und den Erfahrungen aus dem Bereich der Verwaltungsmodernisierung der Jugendhilfeplanung, der Umsteuerung von kommunalen Haushalten auf soziale Räume wie die Implementation sozialräumlicher Jugendhilfeplanung zeigen, dass ein solcher Prozess einer mehrjährigen Gemeinschaftsanstrengung vor Ort bedarf. Das Programm „KuQ“ muss deshalb innerhalb dieser begrenzten Zeitvorgabe auf mindestens 2 verschiedene Entwicklungsstände reagieren:

  • bereits eingeleitete/entwickelte sozialräumliche Umstrukturierungsprozesse vor Ort zu stärken und voranzutreiben;
  • solche Umstrukturierungsprozesse vor Ort einzuleiten bzw. deren Grundlagen dafür zu schaffen.

Anders ausgedrückt: Es gibt Jugendämter, die sich der „sozialräumlichen Herausforderung“ erst seit kurzem stellen und die, die sich bereits „auf den Weg gemacht“ haben.

Zielgruppe oder besser potentielle Partner des Programms „KuQ“ sind alle Jugendämter, in denen Gebiete der „Sozialen Stadt“ (Gebiete mit besonderem Erneuerungsbedarf/Soziale Brennpunkte) im Rahmen der Bund-/Ländervereinbarung „Die Soziale Stadt“ festgelegt wurden und zusätzlich die Jugendämter der 13 Landkreise des „E&C“-Programms.

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